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Inhalt dieser Seite:
> Broschüre Tabakanbau
> Rauschzeichen - Das Buch über Hanf (Bestelldaten ganz unten auf der Seite)

 

 

Selbstgebauter Tabak

Eine Broschüre über den Anbau, die Ernte, das Trocknen und Fermentieren von Tabakpflanzen von 1946 (als man den Bauern noch trauen konnte)
Autor: Alfred Kitze
Verlag: Deutscher Bauernverlag GmbH, Berlin
14 Seiten

art.nr.: tabakbroschüre
Euro 4.90

 

 

Rauschzeichen - Cannabis: Alles, was man wissen muss

Lebenshilfe statt Lehrbuchwissen

::: RAUSCHZEICHEN ::: CANNABIS : ALLES WAS MAN WISSEN MUSS ::: GEORG WURTH ::: STEFFEN GEYER :::"Rauschzeichen" bietet über reines Lehrbuchwissen hinaus auch praktische Lebenshilfe. So widmet sich ein ganzes Kapitel den besonderen Problemen jugendlicher Cannabiskonsumenten und ihrer Angehörigen. Die Autoren erklären nicht nur, woran Eltern gefährlichen Konsum erkennen können oder welche Konsumententypen es gibt, sie bieten auch ein gestaffeltes Instrumentarium an, um etwas gegen erkannte und vermutete Cannabisprobleme zu unternehmen.
Dank zusammen rund 20 Jahren tagtäglicher drogenpolitischer Arbeit wissen Geyer und Wurth um die Ängste und Probleme der Menschen. Rauschzeichen holt Kiffer und Nichtkonsumenten so stets da ab, wo sie sind. Egal wie viel man schon über Cannabis weiß, die Autoren erklären so, dass jeder mitkommt. Der Neueinsteiger wird nicht mit Fachchinesisch überfordert, auf elfenbeintürmene Wissenschaftssprache wird ebenso verzichtet wie auf Kifferslang.
Immer bleibt "Rauschzeichen" streng bei den Fakten. Selten fand sich so viel Wissen über Cannabis zwischen zwei Buchdeckeln. Ob es um die Wahrnehmung von Cannabis in der Öffentlichkeit oder die cannabispolitische Situation in anderen Ländern geht, Seite für Seite können selbst Cannabisexperten noch etwas lernen, ohne dass der Laie auf der Strecke bleibt.

 

Cannabis: Alles, was man wissen muss

Cannabis ist die verbreitetste illegale Droge. Vier Millionen Deutsche greifen gelegentlich zu Joint und Wasserpfeife. Obwohl der Besitz von Haschisch und Marihuana von der Polizei verfolgt wird, hat jeder dritte Jugendliche schon einmal gekifft. Eltern sind oft hilflos, wenn sie vom Cannabiskonsum ihres Nachwuchses erfahren.

Allen, die sich im Spannungsfeld zwischen eigener Cannabiserfahrung und staatlicher "Aufklärung" allein gelassen fühlen, will dieses Buch eine Hilfe sein. Es wendet sich aber auch an jene, die selbst keinen Kontakt mit der Droge haben und mehr über eines der ältesten Rauschmittel des Menschen erfahren möchten.

"Rauschzeichen" erklärt, was beim Konsum von Cannabis im Körper geschieht, beschreibt Wirkung und Nebenwirkungen ebenso, wie die Folgen langfristigen Cannabisgebrauchs. An verständlichen Beispielen aus dem Alltag von Kiffern und deren Angehörigen wird erklärt, wie Abhängigkeit beginnt und wie man riskanten Konsum erkennt.

Die Autoren schildern wie es zum Verbot der Hanfpflanze kam und wie Cannabis in der Medizin eingesetzt wird. Auch die Möglichkeiten von Hanf als Rohstoff kommen zur Sprache.

Am Beispiel der Niederlande und den USA werden unterschiedliche Konzepte für den Umgang mit Cannabis vorgestellt. Daraufhin wird die drogenpolitische Situation in Deutschland beleuchtet und die Frage aufgeworfen, welche Gefahren und Chancen sich aus einer Legalisierung von Cannabis ergeben können.

 

Legalize it? Das große Cannabis-Aufklärungsbuch

Der Konsum wird verfolgt, der Verkauf verboten. Dennoch konsumieren Millionen Menschen Cannabis. Welche Gefahren liegen im Konsum dieser sanften Droge, welche Chancen und welcher Nutzen?

Die Autoren haben es sich zum Ziel gesetzt, umfassend, anschaulich und lebensnah über Cannabis zu informieren – jenseits von Sorglosigkeit und Alarmismus. Sie erklären genau, welche Wirkungen und Nebenwirkungen es gibt und zu welchen langfristigen Folgen der Konsum führen kann. An authentischen Beispielen aus dem Alltag von Kiffern und deren Angehörigen wird gezeigt, wie Abhängigkeit beginnt und wie man Risiken frühzeitig erkennen kann.

Sie beschreiben, welche Bedeutung Rauschmittel in unserer Kultur einnehmen, welche Geschichte der Cannabiskonsum hat, wie Cannabis in der Medizin eingesetzt werden kann, welche Rolle es als Rohstoff spielt und wie andere Länder mit der Königsfrage umgehen: Soll Cannabis legalisiert werden?

 

»Die Pflanze an sich sowie die Stellung von Drogen in unserer Kultur, die Nutzbarkeit in der Medizin und natürlich die große Frage nach der Legalisierung bilden genügend Stoff, um den interessierten Leser zu informieren, zu unterhalten und vielleicht neue Denkansätze zu offenbaren.« Hanfjournal

 

Die Autoren

::: RAUSCHZEICHEN ::: CANNABIS : ALLES WAS MAN WISSEN MUSS ::: GEORG WURTH ::: STEFFEN GEYER :::Georg Wurth (links im Bild)
ist 1972 in Remscheid geboren, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Wurth hat nach dem Abitur 1992 als Beamter im gehobenen Dienst Steuerrecht studiert. Das Finanzamt war ihm aber zu langweilig, so dass der Diplom-Finanzwirt nach der Ausbildung kündigte und in die Kommunalpolitik einstieg. Nach dem Zivildienst war er in verschiedenen Funktionen für die Remscheider Grünen tätig und von 1997-1999 ihr Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. Dabei hat er sich nicht nur mit den verschiedensten Themen beschäftigt – von Umweltpolitik über Bauen und Verkehr bis hin zu Energieversorgung und Müllbeseitigung – sondern auch das politische Handwerk von Grund auf gelernt.
Noch zu seiner Zeit als Beamter begann er, sich mit Drogenpolitik zu beschäftigen und zeigte sich 1996 im Rahmen einer politischen Aktion selbst an wegen Besitz einer geringen Menge Marihuana. In der Folgezeit war er Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft Drogenpolitik der Grünen NRW, des Fachforums Drogenpolitik bei der Grünen Jugend und des Bundesnetzwerkes Drogenpolitik bei den Grünen (BND). Als er im Jahr 2000 von einer 11-monatigen Weltreise zurückkehrte, ging er nach Berlin und konzentrierte sich vollständig auf die Drogenpolitik – zuerst wieder beim BND, seit 2002 dann beim Deutschen Hanf Verband, den er bis heute leitet.

Steffen Geyer (rechts im Bild)
geboren 1979 im thüringischen Suhl war schon in der Schülervertretung politisch aktiv. 1998 zog er nach Berlin, um an der Freien Universität Rechtswissenschaften zu studieren. Im Laufe des Studiums beschäftigte er sich mehr und mehr mit Drogenpolitik. Seit 2000 war er im Bündnis Hanfparade aktiv und einer der Organisatoren der Berliner Hanfparade, der größten deutschen Demonstration für die Entkriminalisierung berauschender und nicht berauschender Hanfprodukte.
Seit Mai 2004 arbeitet Steffen Geyer auch für den Deutschen Hanf Verband, der professionellen Interessenvertretung der deutschen Hanfbranche und privater Legalisierungsbefürworter. Spätestens mit einem Auftritt in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" wurde er auch über die Hanfszene hinaus bekannt.

 

Legaler Hanfmarkt mit Cannabisfachgeschäften?

Wenn zwei Legalisierungsaktivisten ein Buch schreiben, ist klar, dass auch die Vision "legaler Hanfmarkt" angesprochen wird. Objektiv gehen die Autoren der Frage nach, ob eine Legalisierung Gefahr oder Chance für unsere Gesellschaft wäre und entwerfen mit dem Cannabisfachgeschäft ein Modell, das die Probleme Niederländischer Coffeeshops und Schweizer Hanflädli vermeiden können soll.
"Rauschzeichen" bleibt aber nicht an der Tür zur Legalisierung stehen, sondern führt dem Leser die konkreten Auswirkungen auf Konsumenten und Gesellschaft vor Augen. Die Autoren greifen auch hier die Ängste der nichtkiffenden Bevölkerungsmehrheit auf, wie die vor steigenden Konsumentenzahlen. Sie schaffen es aber immer wieder, die Aufmerksamkeit des Lesers auch auf solche Fragen zu lenken, die in der öffentlichen Debatte nur zurückhaltend diskutiert werden.

 

Inhalt

> Vorwort
beschreibt die Motivation der Autoren und erklärt, warum dies ein besonderes Cannabisbuch ist

> Kleine Kulturgeschichte des Cannabis
informiert darüber, wie Hanf die Menschen durch die Zeiten begleitete und beschreibt die Geschichte des Cannabisverbots.
* Von Steinzeitbauern, alten Chinesen und ausgelassenen Griechen
* Was Karl der Große und George Washington gemeinsam haben
* Vom Krieg um Hanf zum Krieg gegen Cannabis
* Kommunisten, Hippies und das deutsche Betäubungsmittelrecht

> Wirkung von Cannabis
erklärt, welche Prozesse der Konsum von Cannabis im Körper in Gang setzt, welche Nebenwirkungen auftreten und informiert über Langzeitfolgen des Cannabiskonsums.
* Cannabiswirkstoffe im Körper
* Rausch-Wirkung
* Akute Nebenwirkungen
* Risiken durch langfristigen Konsum
* Fazit

> Cannabis und Jugendliche
widmet sich dem oft schwierigen Verhältnis zwischen jugendlichen Cannabiskonsumenten und ihrem nichtkonsumierenden Eltern, Lehrern und Verwandten.
* Hilfe, mein Kind kifft!
* Jugendliche Cannabiskonsumenten
* Wann kiffen Kinder?
* Konsumhäufigkeit und Konsumententypen
* Gebrauch, Missbrauch, gefährlicher Konsum
* Jugendlichen Cannabiskonsumenten helfen
* Hilfe, mein Kind kifft! (Teil 2)

> Cannabis als Rohstoff
beschreibt die Pflanze Hanf und informiert über historische und aktuelle Anwendungen der Nutzpflanze Cannabis. Beschreibt die Auswirkungen des Cannabisverbots auf seine industrielle Nutzung.
* Biologische Systematik und wichtige Begriffe
* Warum Hanf verboten wurde
* Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf
* Deutsches Cannabis heute und in Zukunft

> Cannabis in der Medizin
beschreibt die Verwendung von Hanf als Heilmittel in der Vergangenheit und den aktuellen Stand der Forschung. Beschäftigt sich darüber hinaus mit dem juristischen Status von Cannabismedizin.
* Beipackzettel – Wirkung, Nebenwirkungen, Gegenanzeigen
* Natürliches Cannabis - die verbotene Medizin
* Dronabinol, Sativex und synthetisches THC
* Zwischen Knast und Krankenhaus

> Cannabis in der Öffentlichkeit
geht der Frage nach, welches Bild die Medien und die Politik von Cannabis zeichenen und informiert über den Einfluß der öffentlichen Meinung auf die Cannabispolitik.
* Medien im Rausch
* Zwischen Bierzelt und Wohngemeinschaft
* Was ist die Meinung der Parteien und der Regierung?
* Was sagen die Experten?

> Cannabis weltweit
beschäftigt sich mit dem juristischen Status von Cannabis in der Welt und vergleicht die Unterschiede in der Drogenpolitik der USA, der EU und der Niederlande.
* Die UNO und der Krieg gegen Drogen
* Europäische Drogenpolitik und die EU
* USA - Zwischen DEA und Medical Marijuana
* Niederlande - Sind Coffeeshops die Lösung?
* Cannabis Social Clubs - Legalisierung durch die Hintertür?
* Was bringt die Zukunft?

> Legalisierung - Gefahr oder Chance?
versucht die Einführung von Cannabisfachgeschäften in Deutschland vorweg zu denken und beschreibt die Auswirkungen einer Legalisierung auf Konsumenten und Gesellschaft.
* Was bedeutet Legalisierung?
* Cannabisfachgeschäfte – ein Modell
* Auswirkungen der Legalisierung
* Bilanz

> Abstinenz und Wirklichkeit
stellt eine alternative Herangehensweise an Suchterkrankungen vor und versucht zu erklären, warum Drogenmündigkeit als Ziel der Drogenerziehung mehr erreicht, als reine Abstinenzförderung.
* Ohne Rauch geht`s auch?
* Drogenmündigkeit
* Wie können Staat und Gesellschaft Drogenmündigkeit fördern?

> Grußwort von Hans-Christian Ströbele (MdB, Bündnis 90/ Die Grünen)
ist ein offener Brief des Mitglieds des deutschen Bundestages Hans-Christian Ströbele an die Leser des Buches "Rauschzeichen".

> Literaturliste
ist eine Sammlung von interessanter Literatur rund um die Pflanze Cannabis und das Thema Drogenpolitik.

 

INTERVIEW MIT GEORG WURTH, CHEF DES DEUTSCHEN HANFVERBANDES

Für den Hanf-Lobbyisten Georg Wurth ist die Strafverfolgung die gefährlichste Nebenwirkung des Cannabis-Konsums. Mit dem Kiffer-Ratgeber "Rauschzeichen" will der 35-jährige ehemalige Grünen-Politiker aufklären.

Von FOCUS-Online-Redakteur Harry Luck

FOCUS Online: Herr Wurth, Sie haben ein Buch über Cannabis geschrieben und bekennen sich im Vorwort dazu, regelmäßig zu kiffen. Haben Sie keine Angst, dass ein übereifriger Staatsanwalt das Buch in die Hände bekommt?

Georg Wurth: Ich kiffe nicht regelmäßig, da haben Sie nicht genau gelesen. Wir bekennen uns dazu, "in unserem Leben praktische Erfahrungen mit Cannabis gesammelt" zu haben. Das ist ein wichtiger Unterschied. Konsumerfahrung allein rechtfertigt keine Strafverfolgung. In Deutschland gibt es über zwölf Millionen Menschen, die Cannabis zumindest ausprobiert haben. Wir rufen auch zu nichts anderem auf, als über den Sinn des Cannabisverbotes nachzudenken. Darüber hinaus haben wir uns an Fakten gehalten und versucht, den Menschen das Phänomen Cannabiskonsum ohne Beschönigung oder Verteufelung näher zu bringen.

FOCUS Online: Beim Umgang mit der Justiz haben Sie in der Vergangenheit keine Scheu gezeigt und sich selbst wegen Drogenbesitzes angezeigt. Ihre Klage ging bis zum Bundesverfassungsgericht. Würden Sie so eine Aktion wieder machen?

Wurth: Dann müsste ich mir erstmal etwas Hasch besorgen ... Aber nein, zweimal die gleiche Aktion ist ja langweilig.

FOCUS Online: Kann man Ihr Buch als Kiffer-Ratgeber bezeichnen?

Wurth: In mancher Hinsicht vielleicht schon. Kiffer, die ihren eigenen Konsum kritisch hinterfragen wollen, dürften sich für die Darstellung der Risiken und Nebenwirkungen interessieren oder für die Ausführungen dazu, ab wann ein problematischer Konsum vorliegen könnte und was man dann tun kann. Kiffer, die sich staatlich verfolgt fühlen, werden sich für das Kapitel zur Legalisierung interessieren. Auch die Kapitel zur Geschichte und zu den sonstigen Anwendungen des Hanfes dürften für Konsumenten noch die eine oder andere Neuigkeit enthalten. Aber wir haben das Buch ganz bewusst auch für diejenigen geschrieben, die gar keine Ahnung von Cannabis haben und sich zwischen drastischen staatlichen Warnungen und den Beteuerungen junger Leute zurecht finden wollen. Angehörige oder Freunde, die wissen wollen, was in einem jungen Kiffer vorgeht, sind mit dem Buch gut bedient. Ich wünsche mir, dass viele junge Leute ihren Eltern das Buch schenken, um für die üblichen Diskussionen erst einmal eine Grundlage zu schaffen.

FOCUS Online: Sie werben für die Legalisierung von Haschisch und Marihuana. Wollen Sie bestreiten, dass diese Drogen gesundheitsschädlich sind?

Wurth: Nein, selbstverständlich nicht. Jede Droge hat ihre Risiken, insbesondere Rauchen ist nie gesund. Darum geht es bei der Legalisierungsfrage aber auch gar nicht, sonst wären Alkohol und Tabak längst verboten. Die Frage ist eher, ob das Verbot überhaupt eine positive Wirkung hat, also problematischen Cannabiskonsum verringert, und welche ungewollten schädlichen Nebenwirkungen die Strafverfolgung entfaltet. Bei dieser Abwägung kommen wir zu einem klaren Ergebnis: Die schlimmste Nebenwirkung ist die Strafverfolgung.

FOCUS Online: Was ist mit dem Argument "Einstiegsdroge"? Wer mit "weichen Drogen" anfängt, greift auch leichter zu härterem Stoff?

Wurth: Die Fachwelt ist sich mittlerweile weitgehend einig, dass Cannabis keine Einstiegsdroge ist. Nur sehr wenige Kiffer geraten in eine Drogenkarriere mit weiteren Substanzen. Die meisten Konsumenten sogenannter harter Drogen haben zwar vorher Cannabis probiert. Das gilt aber noch mehr für Alkohol und Tabak. Im Vergleich zu diesen Drogen hat Cannabis keine besondere Schrittmacherfunktion auf dem Weg zu "härterem Stoff".

FOCUS Online: Die Drogenbeauftragte Bätzing warnt vor einer Verharmlosung von Cannabis, das zu Angststörungen und Wahnvorstellungen führen und abhängig machen könne.

Wurth: So einseitig und übertrieben wie Frau Bätzing das betreibt, ist es eher Panikmache. Verharmlosen mag ich Cannabis auch nicht, der Konsum kann in manchen Fällen tatsächlich dramatische Folgen haben. Aber was heißt schon Verharmlosung? Viele halten es schon für eine Verharmlosung von Cannabis, wenn man feststellt, dass Alkohol schlimmere Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Gesundheit des Einzelnen haben kann. Das ist aber eine Tatsache und bedeutet nicht, dass Cannabis deshalb harmlos ist.

FOCUS Online: Sie haben zwei kleine Töchter, die mit kiffenden Eltern aufwachsen. Haben Sie keine Sorge, dass Ihre Kinder zu Drogenkonsumenten werden? Es soll ja schon reihenweise kiffende Zwölfjährige geben, die aufgrund des Drogenkonsums "null Bock auf Schule" haben.

Wurth: Meine Töchter wachsen nicht mit kiffenden Eltern auf. Natürlich würde ich mir Sorgen machen, wenn meine Kinder mit zwölf anfangen würden zu kiffen. Eltern, denen das widerfährt, sollten sich Gedanken über die Ursachen machen -- und vielleicht mal in unser Buch schauen.

FOCUS Online: Als Chef des "Deutschen Hanfverbandes" betreiben Sie in Berlin Lobbyarbeit für die Legalisierung. Wie reagiert die Politik auf Ihre Forderungen?

Wurth: Grüne und Linke sehen das Verbot von Cannabis im Prinzip als gescheitert an. Die anderen Parteien sind da zurückhaltender und stützen das System der Verfolgung von vier Millionen aktuellen Konsumenten noch. Ich habe den Eindruck, dass Politiker, die die Prohibition befürworten, ihre Meinung eher auf Emotionen stützen als auf rationale Argumente. Übrigens gehen wir in dem Buch auch auf die Haltung von Parteien und Regierung zur Cannabisfrage ausführlich ein.

FOCUS Online: War es schwer, einen Verlag zu finden für ein Buch, das Werbung für illegale Drogen macht?

Wurth: Im Gegensatz zu vielen anderen Werken verschweigt "Rauschzeichen" nicht, welche Wirkungen von den Konsumenten als angenehm beschrieben werden. Aber auch die möglichen negativen Wirkungen kommen umfassend und objektiv zur Geltung. Wir machen keine Werbung für Drogen und rufen niemanden zum Konsum auf. Der Verlag ist von sich aus auf uns zugekommen, weil er der Meinung war, dass ein umfassendes Sachbuch zu Cannabis auf dem deutschen Markt fehlt.

FOCUS Online: Stimmt es eigentlich, dass der Stefan-Raab-Song "Gebt das Hanf frei" aufgrund von Ihren Hanfpflanzen entstanden ist?

Wurth: Ja. Wir hatten zur Hanfparade 2002 einige Nutzhanfpflanzen, die übrigens für einen Rausch nicht geeignet sind, als Dekomaterial zu Hanfparade gebracht, direkt vom brandenburger Feld mit offizieller Rechnung. Die Polizei hat die Pflanzen dennoch beschlagnahmt, so dass wir Christian Ströbele in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt um Hilfe baten. In seiner späteren Rede auf der Bühne rief er dann: "Gebt das Hanf frei!" und meinte damit meine Pflanzen, die immer noch im Polizeiauto gefangen waren. Daraus hat Raab dann den Song gemacht.

 

Georg Wurth, Steffen Geyer - Rauschzeichen - Cannabis: Alles, was man wissen muss
ISBN: 978-3-462-03999-3 - Erscheinungsdatum: Mai 2008 - 224 Seiten, Taschenbuch - KiWi 1043
art.nr.: rauschzeichen
Euro 7.95

 

 

 

 

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